Nachruf für Ulrich Uffrecht

Veröffentlicht: 30.04.2021 -
Stader Tageblatt

<p>Nachruf für Ulrich Uffrecht<br />Herr Uffrecht wird in diesen Tagen im Friedwald beigesetzt. Wir nehmen<br />Abschied von unserem langjährigen Schulleiter und denken mit Stolz an die<br />Zeit, in der wir mit ihm zusammen an der Halepaghen-Schule gearbeitet<br />haben. Er trat sein Amt an mit einer Vision von Schule, die die Grundsätze des<br />gerade eingeführten „Buxtehuder Modells“ mit Leben erfüllen sollte, der<br />Vision innerer Demokratie. Dabei ließ er sich von der Vorstellung leiten, dass<br />Schüler, Lehrer, Eltern und auch er selbst gleichberechtigte Mitglieder der<br />Schulgemeinde sind, dass sie also in Augenhöhe zueinander stehen und das<br />Lernumfeld gemeinsam gestalten. Diese demokratischen Grundsätze im<br />„Gemeinsamen Ausschuss“ fest zu etablieren war sein Verdienst. Schule<br />verstand er als Ausbildungsstätte für demokratisch denkende Menschen.<br />Er hatte ein offenes Ohr für die Probleme aller an der Schule tätigen Personen,<br />bestehende Verordnungen legte er so weit wie möglich zu deren Gunsten aus.<br />Im Konflikt zwischen seinem Engagement in der Anti-Atomkraft-Bewegung<br />und der Treuepflicht eines Beamten gegenüber dem Staat nahm er sogar zwei<br />Disziplinarverfahren in Kauf, die jedoch eingestellt wurden mit der Erklärung,<br />dass Politiker auch auf den Sachverstand der Bürger angewiesen seien. Er hat<br />vorgelebt, für seine Überzeugungen einzustehen und zu kämpfen.<br />Sein umfassendes kulturelles und naturwissenschaftliches Interesse, sei es für<br />Musik, für Literatur, für Astronomie war immer verbunden mit dem Bedürfnis,<br />seine Kenntnisse anderen weiterzugeben. Die Schule und die Stadt Buxtehude<br />verdanken ihm das Buxtehuder Jugendsinfonie-Orchester und die Schulsternwarte,<br />von seinen Kursen und Vorträgen an der Volkshochschule profitierten viele<br />Generationen. Da wundert es nicht, dass er nach einer niedersächsischen<br />Landtagswahl von seiner Partei als Kultusminister nominiert wurde, was er<br />selbst aber ablehnte, weil er nicht seine lebendige Schule „gegen einen<br />Schreibtischjob“ austauschen wollte.<br />Für uns Ehemalige leben sein pädagogisches Wirken und die von ihm<br />ausgehende Prägung der Schule weiter als „Geist der Halepaghen-Schule“.<br />Wir wünschen der Halepaghen-Schule, dass dieses Vermächtnis auch weiterhin Bestand haben möge.<br />Ehemalige Kollegen und Kolleginnen der Halepaghen-Schule</p>

Nachruf für Ulrich Uffrecht
Herr Uffrecht wird in diesen Tagen im Friedwald beigesetzt. Wir nehmen
Abschied von unserem langjährigen Schulleiter und denken mit Stolz an die
Zeit, in der wir mit ihm zusammen an der Halepaghen-Schule gearbeitet
haben. Er trat sein Amt an mit einer Vision von Schule, die die Grundsätze des
gerade eingeführten „Buxtehuder Modells“ mit Leben erfüllen sollte, der
Vision innerer Demokratie. Dabei ließ er sich von der Vorstellung leiten, dass
Schüler, Lehrer, Eltern und auch er selbst gleichberechtigte Mitglieder der
Schulgemeinde sind, dass sie also in Augenhöhe zueinander stehen und das
Lernumfeld gemeinsam gestalten. Diese demokratischen Grundsätze im
„Gemeinsamen Ausschuss“ fest zu etablieren war sein Verdienst. Schule
verstand er als Ausbildungsstätte für demokratisch denkende Menschen.
Er hatte ein offenes Ohr für die Probleme aller an der Schule tätigen Personen,
bestehende Verordnungen legte er so weit wie möglich zu deren Gunsten aus.
Im Konflikt zwischen seinem Engagement in der Anti-Atomkraft-Bewegung
und der Treuepflicht eines Beamten gegenüber dem Staat nahm er sogar zwei
Disziplinarverfahren in Kauf, die jedoch eingestellt wurden mit der Erklärung,
dass Politiker auch auf den Sachverstand der Bürger angewiesen seien. Er hat
vorgelebt, für seine Überzeugungen einzustehen und zu kämpfen.
Sein umfassendes kulturelles und naturwissenschaftliches Interesse, sei es für
Musik, für Literatur, für Astronomie war immer verbunden mit dem Bedürfnis,
seine Kenntnisse anderen weiterzugeben. Die Schule und die Stadt Buxtehude
verdanken ihm das Buxtehuder Jugendsinfonie-Orchester und die Schulsternwarte,
von seinen Kursen und Vorträgen an der Volkshochschule profitierten viele
Generationen. Da wundert es nicht, dass er nach einer niedersächsischen
Landtagswahl von seiner Partei als Kultusminister nominiert wurde, was er
selbst aber ablehnte, weil er nicht seine lebendige Schule „gegen einen
Schreibtischjob“ austauschen wollte.
Für uns Ehemalige leben sein pädagogisches Wirken und die von ihm
ausgehende Prägung der Schule weiter als „Geist der Halepaghen-Schule“.
Wir wünschen der Halepaghen-Schule, dass dieses Vermächtnis auch weiterhin Bestand haben möge.
Ehemalige Kollegen und Kolleginnen der Halepaghen-Schule

Strand

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